Foodies unite: Mónica Kisic über den sorgsamen Umgang mit unseren Lebensmitteln und unserem Planeten

Im ersten Teil ihres Interviews berichtete Mónica Kisic von ihrem Engagement in der Zero-Waste-Bewegung und was sie dazu brachte, Roots Radicals zu gründen. Jetzt wollen wir wissen, was sie sich von einem Warenwirtschaftssystem verspricht, was ihre nächsten Pläne sind – und starten gleich mit einer persönlichen Frage zu ihrem Werdegang.

Salvatore Alaimo (SA): Du sagtest bereits, Du hast in Molekularbiologie promoviert und ursprünglich einen wissenschaftlichen Hintergrund. Wie kam der Wechsel in die Küche zustande? Das interessiert mich besonders, weil ich ja auch etwas ganz anderes gemacht habe, bevor ich meiner Leidenschaft für gutes Essen gefolgt bin – ich war vorher Investment-Banker…. 

Mónica Kisic (MK): Stimmt, der Anfang meiner Karriere klingt sehr akademisch – und ist es ja auch. Dabei hat aber auch Forschung sehr viel mit Kreativität zu tun. Ich bin ein sehr intuitiver Mensch, fühle mich der Natur eng verbunden und glaube an die Kraft des Einzelnen und der Gemeinschaft.

Abgesehen davon liegt mir die Liebe zum Essen in den Genen wie Dir als Italiener – auch wir Peruaner haben eine große Leidenschaft dafür; unsere Cevice ist quasi Eure Pasta. Unsere Pachamanca wurde sogar zum nationalen Kulturerbe erklärt. Und versteh mich bitte nicht falsch, aber: Peru wurde seit 2012 neun Mal als „beste kulinarische Destination der Welt“ von der World Travel Awards (WTA) ausgezeichnet. 2020 mussten wir Italien mal Vortritt gewähren.

Die Verknüpfung von Lebensmitteln und Kultur, von Tradition und Moderne liegt mir sehr am Herzen. Sowohl meine Großmutter als auch meine Mutter, beide fantastische und leidenschaftliche Köchinnen, haben mich seit meiner frühen Kindheit beeinflusst.  

Und so bin ich in der Küche gelandet. Ich finde es toll, seine Richtung zu wechseln. Menschen verändern sich, manchmal brauchen wir etwas Zeit, um unseren wirklichen Idealen zu folgen. 

SA: Was hältst du von unserem Warenwirtschaftssystem Storate?

MK: Es gibt ja viele Möglichkeiten, sich um unsere Lebensmittel und unseren Planeten zu kümmern. Wir können lokal angebaute und biologisch abbaubare Lebensmittel kaufen. Wir können auf Fleisch verzichten oder weniger Fleisch essen. Wir können unseren Müll reduzieren, indem wir weniger verpackte Lebensmittel kaufen. Jede dieser Entscheidungen hilft, unseren Planeten zu schützen und unsere Gesundheit zu verbessern.

 Du packst mit Storate das Problem bei der Wurzel, indem Du direkt an die Gastronomie gehst. Da ist ein riesiges Potenzial. Ich war wie gesagt selber schockiert darüber, wie viele Lebensmittel in der Küche verschwendet werden. Deshalb finde ich Deine Idee großartig; wenn immer mehr Restaurants, Kantinen und Betriebe ihre Bestände durch ein Warenwirtschaftssystem optimieren, können auch sie viele Lebensmittel vor dem Verderben oder Entsorgen retten. Foodies unite!

SA: 2011 hast Du ein Crowdfunding initiiert, um Deine Idee weiter voranzutreiben. Wo steht Ihr heute, was sind die nächsten Schritte?

MK: Ja, wir haben letztes Jahr eine Kampagne gemacht, die unsere Erwartungen übertroffen hat. Unser Ziel war, Gelder einzusammeln, um unsere Produktion zu erweitern. Das hat gut funktioniert; wir haben unsere Community um viele engagierte Menschen erweitern können und planen derzeit unseren Umzug an unseren neuen, größeren Standort. Die Verhandlungen laufen. Von hier aus wollen wir weiter an unserem Traum arbeiten: Das ist ein Zero-Waste Hub in Berlin – mit offener Küche, Laden und Café, als Produktions-, Wirkungs- und Begegnungsstätte.

Über Mónica Kisic Aguirre

Mónica wurde in Lima, Peru, geboren. Sie hat einen Doktortitel in Molekularbiologie und einen Master in Wissenschaft (beides von der Universidad Autonoma de Madrid). Zusätzlich zu ihrer wissenschaftlichen Karriere ist sie ausgebildete Köchin mit einem Master in Cooking: Technique, Product and Creativity vom renommierten Basque Culinary Center Institute. Ihr Wissen zur pflanzenbasierten Ernährung vertiefte sie an der Matthew Kenney Culinary School fort.

Sie hat in mehreren Michelin-Stern-Restaurants gearbeitet, darunter im Blue Hill At Stone Barns (New York, USA) und Nerua (Bilbao, Spanien). Im IK Restaurante (Lima, Peru) war sie Kreativchefin und Chefköchin und führte das Erbe des bekannten Starkochs Iván Kisic fort, der nicht nur ihr enger Cousin, sondern auch ihr Mentor war. Seit 2018 lebt sie in Berlin und hat hier 2019 Roots Radicals  gegründet. 

Mónica wird an unserem Pilotprojekt teilnehmen und Storate in ihrer Küche bei Roots Radicals testen. 

Betreiben Sie selber auch ein Restaurant und möchten erfahren, wie Sie mit unserem Warenwirtschaftssystem Zeit und Geld sparen können? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf! 

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